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Soziale Dienste

Bewährungshilfe

Wird eine Freiheits- oder Restfreiheitsstrafe zur Bewährung ausgesetzt, kann das Gericht für die gesamte oder einen Teil der Bewährungszeit einen Bewährungshelfer bestellen. Dieser übernimmt insbesondere folgende Aufgaben:

  • Hilfe zu einer straffreien Lebensführung,
  • Kontrolle  der  Auflagen  und   Weisungen  des  Gerichts   sowie  Unterstützung  der  Verurteilten bei der Erfüllung von Auflagen und Weisungen,
  • Beratung in Problemlagen,
  • Weitervermittlung zu regionalen Hilfeangeboten bei spezifischen Problemen (z.B. Schuldnerberatung, Suchtkrankenhilfe),
  • soweit Jugendliche und Heranwachsende betroffen sind, erzieherische Aufgaben.

Ferner sind die Bewährungshelfer für die Betreuung von straffällig gewordenen Menschen im Rahmen einer Führungsaufsicht zuständig.

Gerichtshilfe

Im Rahmen von Strafverfahren wird die Gerichtshilfe beauftragt Informationen über die persönlichen, wirtschaftlichen und sozialen Lebensverhältnisse der Betroffenen einzuholen. Die Gerichtshelfer übernehmen dabei insbesondere folgende Aufgaben:

  • Erstellung von Berichten über die Lebensverhältnisse eines Beschuldigten im Rahmen des Vor- und Hauptverfahrens,
  • Haftentscheidungshilfe (zur Vermeidung von Untersuchungshaft).
  • die Überwachung von Auflagen bei Bewährungsstrafen ohne Bewährungshelfer,
  • Hilfe in Vollstreckungsangelegenheiten (z.B. Vermeidung einer Ersatzfreiheitsstrafe durch Vermittlung in gemeinnützige Arbeit),
  • Überwachung von Auflagen mit dem Ziel der Einstellung des Verfahrens nach § 153a StPO,

Die Gerichtshelfer bei den Sozialen Diensten der Justiz sind nur für Angelegenheiten des allgemeinen Strafrechts zuständig. Sind in einer Strafsache Jugendliche bzw. Heranwachsende beschuldigt, so wird die Jugendgerichtshilfe des Jugendamtes tätig.

Täter-Opfer-Ausgleich

Bei kleineren und mittelschweren Straftaten (z.B. Beleidigungen, Sachbeschädigungen, leichtere Körperverletzungen) besteht die Möglichkeit, einen außergerichtlichen Ausgleich zwischen Täter und Opfer zu erreichen und so ein drohendes Gerichtsverfahren zu vermeiden. Als Vermittler zwischen allen Beteiligten sind Sozialarbeiter bei den Sozialen Diensten der Justiz tätig. Sie stellen einen Kontakt zwischen Täter und Opfer her, organisieren gemeinsame Gespräche und begleiten den gesamten Kommunikationsprozess.

Der Ausgleich soll dem Opfer die Möglichkeit geben:

  • dem Täter die Folgen seines Handelns aufzuzeigen,
  • Vorschläge für eine angemessene Wiedergutmachungsleistung einzubringen,
  • eine materielle oder immaterielle Entschädigung zu erhalten,
  • den Konflikt mit dem Täter zu lösen;

Der Ausgleich soll dem Täter die Möglichkeit geben:

  •  sich bei dem Opfer persönlich zu entschuldigen,
  •  die Gründe seines Handelns darzulegen,
  • bei der Wahl nach einer angemessenen Entschädigungsleistung mitzuwirken,
  • den entstandenen Schaden wieder gutzumachen,
  • den Konflikt bzw. die Tat aufzuarbeiten.

Ein Täter-Opfer-Ausgleich soll demzufolge einerseits den Interessen von Opfern einer Straftat dienen, andererseits Straftätern die Möglichkeit geben, durch ernsthaftes Bemühen und aktiven Einsatz einen Ausgleich mit dem Geschädigten zu erreichen.

Weitere Informationen zu den sozialen Diensten finden Sie auch auf der Internetseite des Brandenburgischen Oberlandesgerichts (www.olg.brandenburg.de)   

Stand: 02.04.2012